da gibt es so einen. der ist IT technisch brilliant und auch sonst nicht der typ, der sich irgendwie schräger themen zuwendet. nur dann kam ich ich samstag-mittag in unser büro und da sass er nu; hochkonzentriert. nach einer lockeren ansprache bekam ich die antwort: SPÄTER! ich kann meine kumpels jetzt nicht hängen lassen! ok, kein thema. wir gingen essen und haben clemens später auch noch erleben dürfen. zunächst war das thema für mich durch.

eine woche später kam es wieder soweit. ich schaute auf seinen monitor und er ... angelte. er erklärte mir im detail, was er dort tut - mit zunächst grossen schmunzeln meinerseits.

dann aber verging die zeit, wochen oder monate, und irgendwie bin ich darauf gestossen. ich habe mir WoW (World of Warcraft) gekauft. ich habe mich nicht wiedererkannt, diese software hat mich total eingesaugt.

was ich zuerst bei clemens als fast lächerlich abtat, zelebrierte ich dann mit einer energie, die ich nicht für möglich hielt. ich wurde ein akuter WoW'ler. ich war zu einer zeit dabei, wo der 60er das maß der dinge darstellte und erlebte die virtuelle welt sehr intensiv und nahm es in der form mit, als gebe es diese welt wirklich.

ich lernte leute kennen, die genauso betroffen waren wie ich, und verbrachte wochen gemeinsam im virtuellen raum. dabei erlebten wir so viele gemeinsame erlebnisse, dass dort wahre freundschaften entstanden.

als ich mich parallel noch anderen neuen welten zuwandt (ich schreib noch drüber) habe ich zum glück irgendwann mal den absprung von WoW geschafft - 'zum glück' ist auch noch so ein thema.

was sich aber bis heute in meinem kopf dreht, ist dieses erlebnis in dieser welt, die pseudo-reale erinnerungen geschaffen hat. ich kenne mich in WoW wahrscheinlich besser aus, als in irgendeiner realen umgebung. und ich denke oft an die orte und umgebungen, als seien sie real.

es ist ein wahres gefühl ... wie heimweh

[alias freedom @ tirion]